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Der Leitfaden zum KMU Risikomanagement

Der Leitfaden stellt praktische Hilfsmittel und einfach zu lesende Informationen für die Nutzung des Risikomanagements in KMUs zur Verfügung. Um den Einstieg zu erleichtern, ist das Risikomanagement in kleine Abschnitte aufgeteilt worden, die mit einem angemessenen Zeitaufwand gehandhabt werden können. Dies ermöglicht den Einstieg in das Risikomanagement ohne großen Aufwand. Ergebnisse kommen bald zum Vorschein. Wo erforderlich, werden Risiken gründlich überprüft, damit wichtige Aspekte nicht unberücksichtigt bleiben. Es wird angestrebt, dass die Risiken gemeinschaftlich im Team angegangen werden. Der Leitfaden versteht sich also als praktische Hilfe zur Selbsthilfe.

Der Leitfaden enthält verschiedene Materialien:

  • Broschüren sind Informations- oder Arbeitshefte. Informationshefte liefern Hintergrund-wissen für das Risikomanagement. Arbeitshefte erlauben eine grobe Überprüfung eines spezifischen Risikobereichs.
  • Arbeitsblätter dienen der Vertiefung des Risikomanagements in einem relevanten Bereich. Die Arbeitsblätter sind Checklisten oder kurze Zusammenfassungen über einen spezifischen Bereich des Risikomanagements. Dabei werden die für KMUs relevanten Fragen gestellt. Diese helfen Ihnen, die richtigen Antworten für Ihr Unternehmen zu finden.

Wie man beginnt

Es gibt die unterschiedlichsten kleinen und mittelständischen Unternehmen. Dementsprechend, ist der Leitfaden sehr flexibel gestaltet. Wählen Sie aus dem umfangreichen Angebot die Materialien aus, die Ihren Bedürfnissen entsprechen.
Hierzu einige grundlegende Hinweise:

Bearbeiten Sie ein aktuelles Problem!
In der Praxis wird Risikomanagement nur verwirklicht, wenn der Bedarf vorhanden und sichtbar ist. Akute Probleme sollten zudem stets zuerst behandelt werden, um weitere Verluste zu vermeiden.

Risikomanagement sollte stets mit dem Ziel betrieben werden, die Ursachen des Problems zu identifizieren und zu beschreiben. Bleiben Sie nicht bei den Auswirkungen oder Symptomen stehen! Packen Sie das Übel an der Wurzel!
Überprüfen Sie, ob die Arbeitsmappe in Verbindung mit Ihrem Problem ein Arbeitsblatt enthält. Häufig reicht dieses für die Problemidentifikation aus.

Wie findet man das richtige Hilfsmittel für die Arbeit?

  • Anhand der Übersicht über die Materialien
  • Anhand der Broschüren in der Arbeitsmappe
  • Anhand des Teils: "Weitere Informationen" der Arbeitsblätter

Einfach mal Anfangen
Auch wenn es keine aktuellen Probleme gibt, ist es sinnvoll, in das Risikomanagement mit einer groben Schwachstellenanalyse einzusteigen.
Bei dieser Analyse werden alle Bereiche des Unternehmens hinsichtlich potentieller Gefährdungen kurz und oberflächlich überprüft. Das Ziel ist, die Schlüsselgefahren zu finden, für die das Risikomanagement zuallererst entwickelt werden sollte. Risikomanagement ist besonders nutzbringend, wenn die zur Verfügung stehenden Kräfte und Mittel auf die "wunden Punkte" gebündelt werden.

Nachdem man einen Einblick in die Risikolandschaft des Unternehmens hat, kann entschieden werden, in welchem Bereich des Risikomanagements angefangen werden soll.
Die Arbeitsmappe bietet eine umfangreiche Auswahl von gefahrspezifischen Arbeitsblättern, insbesondere für Bereiche der Personal-, Geschäfts- und Produktrisiken. Mit diesen können:

  • die Ursachen und Konsequenzen ausführlicher als in der groben Schwachstellenanalyse geklärt
    und
  • die Gegenmaßnahmen besser definiert werden.

Wie werden die Arbeitsblätter verwendet?

Generell gilt:

Die in den Materialien enthaltenen Checklisten sollen Sie inspirieren über ähnliche Probleme in Ihrem Unternehmen nachzudenken. Klammern Sie sich bitte nicht an den Wortlaut der Formulierungen!

Die risikospezifischen Checklisten enthalten eine Reihe zu überprüfender Punkte. Neben klassischen Listen werden häufig Checklisten verwendet, in denen Punkte um Kernthemen herum gruppiert sind.

  • überlegen Sie - am besten in einer Gruppen-arbeit - ob die Checklistenpunkte auf Ihr Unternehmen übertragbar ist. Streichen Sie alle nicht notwendigen oder irrelevanten Punkte.
  • Sind die mit den verbleibenden Punkten verbundenen Risiken unter Kontrolle?
  • Ergänzen Sie die Listen mit Ihren eigenen Anmerkungen. Machen Sie sich Notizen, bevor Sie interessante Gedanken aus den Kopf verlieren.
  • Es besteht keine Notwendigkeit in einer bestimmten Reihenfolge fortzufahren. Folgen Sie stattdessen Ihren Prioritäten im Risikomanagement!

Identifizierte Gefahren und abgeleitete Maßnahmen werden auf dem Übersichtsbogen zur Risikobeurteilung (Zentrales Arbeitsblatt 2-2) gesammelt. Ein Zeitplan wird erstellt und die zu ergreifenden Maßnahmen und verantwortlichen Personen ernannt. Die Durchführung und Auswirkungen der Maßnahmen werden anhand dieses Bogens überwacht.

Es ist hilfreich, den Übersichtsbogen (2-2) in eine selbst erstellte, rechnergestützte Tabelle zu übertragen. Dort können dann leichter Änderungen vorgenommen werden (z.B.: Sortieren der Gefahren nach der Höhe des ermittelten Risikos, Aktuallisieren der Daten,...).

Entwicklung des Risikomanagements

In allen Unternehmen werden Gefahren auf die eine oder andere Weise gehandhabt. Daher sollte zu Beginn die vorhandene Risikomanagementpraxis untersucht und dokumentiert werden. Das zentrale Arbeitsblatt 2-1 Beurteilung des Risikomanagements im Unternehmen ist eine nützliche Hilfe, um den bisherigen Umgang mit Risiken festzustellen. Die damit verbundenen Stärken und Schwächen können aufgezeigt werden.

Zwar ist es von Vorteil möglichst jedes Mitglied der Belegschaft in das Risikomanagement mit einzubeziehen, die gesamte Sachkenntnisse und Erfahrungen im Unternehmen können so genutzt werden. Jedoch ist es häufig sinnvoller, mit einer Gruppe von Schlüsselpersonen anzufangen, die die Anwendung der neuen Methoden in dem Unternehmen sicherstellen können.

Die Einführung von Risikomanagement erfordert ein Mindestmaß an Ausbildung. Die erforderlichen Kenntnisse können durch eigenständige Studien oder über externe Dienstleister in Trainings erworben werden. Die Broschüre (1-1) Grundlagen des Risikomanagements stellt die Richtlinien und die Grundlagen des Risikomanagements in einer klaren und einfachen Weise dar. Die Broschüre ist für das gesamte Personal geeignet. Mit dem entsprechenden Problembewusstsein des Personals bringt das Risikomanagement den höchstmöglichen Nutzen.
Nur, wenn Risikomanagement in der Praxis "gelebt" wird, kann es seine Vorteile zeigen.

Hinweise zur Nutzung dieser Materialien:

Die hier vorliegenden Unterlagen sind in Finnland für KMU entwickelt worden.

Die Übersetzung und Anpassung an deutsche Verhältnisse wird vom Institut für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt durchgeführt. Die vorliegende vorläufige Version soll im Rahmen des Projekts hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit in Deutschland überprüft werden.

Hierfür bitten wir um Ihre Unterstützung!

Für Ergänzungs- und Verbesserungsvorschläge, die sich aus der praktischen Anwendung ergeben, sind wir sehr dankbar. Bitte nutzen Sie dazu die folgende E-Mail Adresse: KMU-RM(at)iad.tu-darmstadt.de oder pk-rh(at)vtt.fi

Die Eigentumsrechte für den Leitfaden zum Risikomanagement in KMU liegen beim Institut für Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt (IAD, TU Darmstadt). Eine Vervielfältigung ist nur mit schriftlicher Genehmigung des IAD im Rahmen des von der EU geförderten Projektes International Project for Risk Management and Accident Prevention (IRMA) erlaubt.

IRMA ist ein EU-Projekt, gefördert von der European Agency for Safety and Health at Work, Bilbao, Spain.
Beteiligte Institutionen:

Übersicht

Der Leitfaden für das KMU Risikomanagement ist modular aufgebaut. Nachfolgend sehen Sie eine Auflistung der derzeit verfügbaren Materialien.

Die Modulstruktur ist rechts dargestellt. Unten können Sie sich die ArbeitsblätterModulstruktur auswählen, die zu Ihrem Unternehmen passen.

Die Module enthalten:

Broschüren: Informations- und Arbeitshefte zum Risikomanagement.

Arbeitsblätter: Jeweils auf einem DIN A4 Blatt Informationen und Checklisten zu einem Thema.



Materialien

Hinweise zur Nutzung dieser Materialien
Übersicht
Verwendung des Leitfadens


Allgemeine Hinweise zum Risikomanagement 1

Grundlagen des Risikomanagements (Broschüre) 1-1
Rechtliche Grundlagen des Risikomanagements 1-2
Planung von Maßnahmen 1-3


Zentrale Arbeitsblätter 2

Beurteilung des Risikomanagements im Unternehmen 2-1
Übersichtsbogen zur Risikobeurteilung 2-2


Schwachstellenanalyse 3

Einführung
KMU Schwachstellenanalyse 3-1
(Broschüre mit Hinweisen zur Durchführung)
Arbeitsmittel
Übersicht zur KMU Schwachstellenanalyse 3-2
Arbeitsheft zur Schwachstellenanalyse 3-3


Personalrisiken 4

Einführung
Personalrisikomanagement (Broschüre) 4-1
Arbeitsblätter
Übersicht zu Personalrisiken 4-2
Fachkenntnisse 4-3
Gefährdungen am Arbeitsplatz 4-4
Gewalt am Arbeitsplatz 4-5
Vermeidung körperlicher Gewalt 4-6
Gesundheit und Wohlbefinden 4-7
Stress bewältigung 4-8
Schadensfälle 4-9
Arbeitsgruppen 4-10
Verkehrsrisiken 4-11


Andere Risiken 5

Arbeitsblätter
KMU Geschäftsrisiken 5-1
Abhängigkeit 5-2
Verträge und Verpflichtungen 5-3
Produktrisiken 5-4
Umweltschutzrisiken 5-5
Informationsrisiken 5-6
Sicherheitsrisiken 5-7
Projektrisiken 5-8

Hinweise für die Arbeit mit dem Leitfaden

Der Leitfaden ist modular aufgebaut. Die Module können in beliebiger Reihenfolge oder in verschiedenen Arbeitsgruppen parallel bearbeitet werden. Sie können sich die Unterlagen heraussuchen, die für Ihr Unternehmen relevant sind. Es wird empfohlen mit dem Risikobereich zu beginnen, in dem Sie akuten Handlungsbedarf vermuten.

Das Flussdiagramm zeigt einen möglichen Ablauf, in dem die Unterlagen eingesetzt werden können.
Die Sterne Sternemarkieren einige Punkte zum Quereinstieg in die Materialien.

Flussdiagramm


© 2001 VTT. Übersetzung und deutsche Anpassung: IAD, TU Darmstadt.


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